Schulen in Ausserrhoden schrumpfen und schrumpfen

Mit der Regionalisierung der (Sekundar-)Schulen nimmt man in Kauf, dass die Attraktivität der betroffenen Gemeinden weiter sinkt, was zu noch mehr Abwanderung führt. Das muss nicht sein. Es gibt Alternativen.

 

Gemäss Bundesamt für Statistik nehmen die Schülerzahlen bis 2020 schweizweit wieder zu; in Ausserrhoden hingegen sinken sie. Diese Entwicklung verläuft, leicht verzögert, parallel zur Entwicklung der erwerbsfähigen Bevölkerung.

Das veranlasst Behörden und Politiker nach neuen Lösungen für die dörflichen Sekundarschulen zu suchen. Leider zielen die vorgeschlagenen Lösungen nur in eine Richtung: Die dörflichen Sekundarschulen sollen zu regionalen zusammengelegt werden. Einige der Ausserhoder Gemeinden sollen also auf die Weiterführung von eigenen (Sekundar-)Schulen verzichten.

Diese einseitige Ausrichtung trägt nicht dazu bei, das Grundproblem der Abwanderung in Ausserrhoden zu lösen. Im Gegenteil: Die obligatorische Schule nicht mehr im eigenen Dorf zu haben, vermindert die Wohakttraktivität insbesondere für die erwerbstätige Bevolkerung mit Kindern, was zu noch mehr Abwanderung führt und längerfristig auch den Erhalt der Primarschule im Dorf gefährdet.

Meines Erachtens liegt die Lösung in einer Schulentwicklung hin zu altersdurchmischtem und individualisiertem Unterricht. Herisau macht das, obwohl die Sekundarschule nicht gefährdet ist, mit dem Projekt "Neigung" vor. In anderen Gemeinden, beispielsweise in Grub, wurde für die Primarschule aus der Not bereits eine Tugend gemacht.

Einige werden sich noch errinnern, dass diese Modelle für "individuelle Förderung" in "altersdurchschmischten Klassen" nicht neu sind. Zu Zeit, als die Schulhäuser noch dort standen, wo die Kinder wohnten - oder umgekehrt - waren "Gesamtschulen", wie sie damals hiessen, noch an der Tagesordnung. Dem vermehrten administrativen und organisatorischem Aufwand kann heute, im Gegensatz zu früher, mit ICT-gestützer Organisation und Administration begegnet werden.