Lebenslanges Lernen (auch) mit Open Educational Resources (OER)
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- Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 04. März 2012 16:35
- Geschrieben von Robert Koller
Im Interesse von lebenslangem, nicht zeit- und ortsgebundenem Lernen werden unsere öffentlichen Schulen sämtliches Lehr- und Lernmaterial auf Lernplattformen allen Lernwilligen zur Verfügung stellen.
Wie die Rektoren der Kantonsschule und der Berufsschule mitteilen werden1, verfolgen die beiden kantonalen Schulen in Zukunft eine konsequente OER-Strategie. Konkret werden folgende Massnahmen umgesetzt:
Alle Lehrpersonen werden das von ihnen entwickelte Unterrichtsmaterial wie Arbeitsblätter, Präsentationen, Lehrgänge etc. in einer von der Schule bewirtschafteten digitalen Schulbibliothek verwalten und interessierten Personen über das Internet unter freier Lizenz zur Verfügung stellen. Neue Lehrgänge werden, wenn immer möglich, auf und für interaktive Lernplattformen entwickelt, mit denen Lerninhalte bereitgestellt und Lernvorgänge organisiert werden. Input-Lektionen wie Referate, Erläuterungen, Erklärungen, Einführungen in ein Thema werden aufgezeichnet und ebenfalls auf Lernplattformen verfügbar gemacht. Unterrichtsmaterialien können von Benutzerinnen und Benutzern mit zusätzlichen Informationen wie Beurteilungen, Ergänzungen und Erweiterungen, Kommentare und Hinweise etc. angereichert werden. Beim Einkauf von Unterrichtsmaterial bei Dritten wird darauf geachtet, ob und dass dieses ebenfalls als OER für Lernende verfügbar gemacht werden kann.
Mit diesen und anderen Massnahmen können folgende Ziele erreicht werden:
Schülerinnen und Schüler können zusätzlich zum Unterricht unabhängig von Zeit und Ort lernen, repetieren und ihre Kompetenzen festigen und erweitern. Lernwillige Dritte haben die Möglichkeit, sich Wissen und Können aus den Bereichen der gymnasialen und der Berufsbildung anzueignen und sich aus- und weiterzubilden. Der volkswirtschaftliche Nutzen von OER ist offensichtlich. Statt lediglich einem beschränkten Personenkreis von Nutzen zu sein, können Unterrichtsmaterialien breiten Bevölkerungsschichten dazu dienen, zusätzliche Kompetenzen zu erwerben, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Durch die zusätzliche Möglichkeit, Unterrichtsressourcen mit Erweiterungen und Ergänzungen anzureichern, steigt die Qualität des Materials laufend. Ungeeignetes Material wird mit den Beurteilungen und Kommentaren als solches bezeichnet und kann ausgeschieden werden.
1 Leider wollen sich die beiden Rektoren zur Zeit noch nicht mit einer konsequenten Umsetzung dieser OER-Strategie beschäftigen. Im Gegenteil: Wie mir der Rektor der Berufsschule per Mail mitteilt, würde er mit seinen Erfahrungen "die Aussagen, die du [Robert Koller] uns in den Mund gelegt hast, nie machen". Ich bin jedoch zuversichtlich, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sich die kantonalen Schulen mit solchen Fragen und Konzepten beschäftigen werden und ihr - im Wesentlichen von der öffentlichen Hand finanzierte - Unterrichtsmaterial einem breiteren Kreis von Interessenten verfügbar machen werden.
Bitte beachten Sie auch den Artikel Unterrichtsmaterial und ICT.

